Nach der Dorkwerdersluis war meine gestrige Etappe am Ende. Die Groninger Brücken bleiben bis zum ersten Mai von 16:00 bis 09:00 geschlossen.

Der Morgen empfing mich in dichtem Nebel. Nur schwach schienen die vier roten Lichter der Zernikebrug zu mir herüber. Punkt neun erloschen die beiden unteren, und meine Fahrt könnte beginnen. Ein Anruf auf dem Funkkanal 09 sollte genügen um die nächsten sieben Brücken für mich frei zu machen.

In welch eine zauberhafte Welt tauchte ich aber ein. Alles gewohnte Sehen wich einem neuen, ungewohnten, gleichsam einem Tasten mit den Augen.

Durch eine Parklandschaft, vorbei an Industrie und hohen luftigen Wohnbauten, hinein in eine längst versunken geglaubte Welt, die sich im Nebel doch nur schemenhaft preisgab.

Nun liege ich zwischen historischen Lager- und Patrizier Häusern und erwarte die Sonne, die den aufsteigenden Nebel immer dünner werden lässt.

Um 13:00 öffnen die Brücken wieder. die A-brug, unweit der gleichnamigen Kirche im Herzen der Stadt  wird sich als erste heben, um meinem kleinen Fahrzeug Raum zu schaffen. Und wie immer hält aller Strassenverkehr für ein paar Minuten den Atem an, vielleicht im Gedenken an das „Goldene Jahrhundert“, das Reichtum und Wohlstand über das Wasser brachte.

Durch den Morgennebel in das Herz von Groningen
Markiert in:

Ein Gedanke zu „Durch den Morgennebel in das Herz von Groningen

  • 2016-04-15 bei 17:48
    Permalink

    Deine Liebe zu Wasser und Boot spricht hier laut und klar!
    Bis bald, der andere Klaus!

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: