Die Magie des Mahlstromes in dem ich mich über eine ganze Woche schon befand ist endlich gebrochen! Gestern um neun hieß es endlich Segel setzen mit Kurs auf Helgoland. 

Norderney und sein Seegat ließ ich mit noch einem Reff im Großsegel hoch am frischen NW-Wind hinter mir. Kurs 60° bis dwars  Wangerooge Ost. Die zeitweise übergehenden Seen forderten nach und nach eine neue mütze und die Wärme meiner Handschuhe.

Gegen Mittag flaute der Wind ein wenig und drehte weiter zurück nach WSW. Zeit zum Ausreffen. Die Finger schmerzten, bar der durchnässten Handschuhe, die ich schon längst abgelegt hatte. Argo steuerte sich selbst, und so fand ich Zeit zum Wiederbeleben meiner Fingerkuppen und wärmen des Chili con Tofu vom Vortag. Wie wohl tat die warme Mahlzeit unter Deck, direkt aus dem Topf gelöffelt!

Nun sollte der Skipper selbst wieder das Ruder übernehmen um N-lich der Weser-Reede  den Weg zwischen der dichten Grosschiffahrt, beim Queren der zwei großen Schiffahrtswege zu Weser und Elbe, zu finden. 

Argo lief  bei nunmehr achterlichem Wind in noch sehr bewegter See von 1,5 bis 2 m nur noch mit bescheidenen 2,5 bis 3 Knoten. Zu gering um sicher den passierenden Frachtern aus dem Weg zu gehen. Ich wollte den Motor stand by  laufen lassen, aber er startete nicht! Benzin? Zündung? Der Tank beinhaltete noch 15 bis 20 Liter. Die Zündung? An ein ausschrauben und kontrollieren der Zündkerzen war in der hohen Dünung kaum zu denken! Den Hafen anlaufen unter Segeln? Der ausreichende Raum im Süd- und auch Nordosthafen sollte dies möglich machen. Fender, leinen und für Notfälle ein kleiner Anker mussten rechtzeitig klar gemacht werden.

Noch einmal 20NM! Argo lief mit 7 Knoten bei frischem westllichen Wind und dwars nch Backbord setzendem Strom bei gesteuerten 30° auf 40 bis 50 m Tiefe Helgoland entgegen. Die Windseen von West un die alte hohe Dünung aus Nord schafften ein quicklebendiges chaotischer Seen. Es war reine Freude mit Argo schäumend durch dieses Feld zu pflügen. Blauer Himmel und wärmende Sonnenstrahlen begleiteten uns, wie auch Hagel- und Regenschauer.

Helgoland voraus, den kleinen Leuchtturm als Ansteuerungsmarke im Blick! Vorbei am Naturschutzgebiet des Helgollnder Felsenwatt! Wenn nur der wind hinter dem Felsen nicht abgeschattet sein wird und Argo mit dem Tidenstrom vertreibt!

Hoch am Wind geht es zum Nordosthafen. Ein Kreuzschlag noch, und ich bin durch die Einfahrt! Aber der Hafen ist leer, keine Stege sind ausgelegt, die Saison hat noch nicht begonnen. Also zurück zum Südhafen! Wenden auf Steuerbordbug und hinein in den Vorhafen! Nochmal wenden und durch das Tor in den Südhafen. Alles ist gut gegangen und nun noch anlegen an der Ost-Kaje ganz hinten, für die kleinen Boote! Ein Aufschießer und Schoten los! Argo treibt den verbleibenden Meter ruhig dwars nach Steuerbord. Den großen Fender dazwischen! Vor und Achterleine fest! Eine Achterspring dazz und Argo liegt fest. Sgel fallen lassen und aufklaren. 18:30 Uhr, 46 NM. Wir sind auf Helgoland!


Endlich Kurs Helgoland
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2 Gedanken zu „Endlich Kurs Helgoland

  • 2017-04-26 bei 18:41
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    Lieber Klaus! Du bist genau so gut in Worten wie Du Deine Argo kommandierst! Es ist toll, so mit Dir in Verbindung zu stehen! Jedes neue Abentheuer mit Dir auf See, wird von mir verschlungen!
    Weiter so!
    Klaus Buschan

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    • 2017-04-27 bei 16:05
      Permalink

      Lieber Klaus, es freut mich sehr auch von Dir zu hören und freue mich schon auf unseren nächsten gemeinsamen Törn! Herzliche Grüße von Spiekeroog!
      Klaus

      Antwort

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